Waschtag bei den Wipperfröschen

Beim Besuch der Ausstellung entdecken wir außer den Bildern auch Sachen, mit denen die Opas und Omas unserer Opas und Omas gearbeitet und gelebt haben. Wie sie die Wäsche gewaschen haben, hat uns Frau Pfefferkorn vom Denkmal- und Geschichtsverein „Barockes Bendeleben“ erklärt. Wir durften sogar ausnahmsweise einige Geräte ausprobieren; das hat uns Spaß gemacht.
Zwei Tage später gab es eine große Überraschung bei uns im Kindergarten; die haben sich Frau Pfefferkorn und unsere Tante Marita ausgedacht. Wir staunten nicht schlecht, als wir einen ganzen Wagen voller Zinkbadewannen, alter Eimer und auch die Geräte, die wir kurz zuvor in der Ausstellung ausprobiert hatten, auf unserem Spielplatz standen. Frau Pfefferkorn zog sich eine Kittelschürze an und noch eine Schürze darüber und setzte sich ein Kopftuch auf; plötzlich sah sie so aus, wie die Frauen auf den Bildern in der Ausstellung. Tante Marita und wir banden uns auch Schürzen um.
Zum Waschen braucht man Wasser. Und das haben die Frauen früher mit Eimern vom Brunnen geholt. Damit die Eimer nicht so schwer zu tragen waren, benutzten sie ein Trageholz, welches sie sich über die Schultern legten und die Eimer ran hängten. Wir haben das auch so gemacht. Trotzdem waren die Eimer ganz schön schwer. Frau Pfefferkorn, die wir einfach Waschfrau nannten, zeigte uns, wie man mit einem Waschbrett Wäsche waschen kann. Wir habe es selbst mit Geschirrtüchern und kleinen Schürzen probiert. Und als dann jemand auf die Idee kam, haben wir auch noch unsere Söckchen gewaschen. So richtig mit Kernseife und dem komischen Rubbelbrett. Manche mussten sogar die große Bürste nehmen, damit der Dreck aus den Strümpfen raus ging. Das ist wirklich anstrengend, aber es geht. Die Strümpfe sind wirklich sauber geworden! Anschließend wurden die Sachen alle kräftig ausgespült. Das war ein Spaß und ein Gespritze. Dann mussten die Tücher, Schürzen und unsere Söckchen noch zwischen zwei Rollen durch geleiert werden, damit das Wasser aus ihnen herausgedrückt wird. Und dann wurde noch ein Mal gespült und geleiert. Zum Schluss hängten wir die Sachen auf die Leine und machten sie mit Klammern aus Holz fest. Und damit nichts im Dreck schleift, wurde die Leine mit einem Stock hochgehalten. Unsere Waschfrau hat Wäschestütze dazu gesagt. Als wir am Nachmittag abgeholt wurden, hatten wir alle saubere, frisch gewaschene, selbst gewaschene Söckchen an.Vielen Dank, liebe Waschfrau! Es war ein schöner Vormittag mit dir.
Die Wipperfrösche aus Bendeleben

Fotos: Walter Clasen

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Fotos: Ludwig Pfefferkorn

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